Grundüberlegungen für einen Lehmbackofen

Alles was vor dem Bau eines Steinbackofens zu berücksichtigen ist
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Ottis Eicher
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Re: Grundüberlegungen für einen Lehmbackofen

Beitrag von Ottis Eicher »

Hallo Michel,

auch von mir ein herzliches Willkommen bei den SBO´lern.
Ich würde den R-Schrank auch neben den Lehmofen setzen
der Platz ist doch wie geschaffen für dein Projekt. Nimm dir
Zeit für Planung und stell viele Fragen. Wenn du mit Lehm baust
wirst du erst eine Überdachung benötigen, ob die nun Provisorisch
oder schon "Fertig" ist wäre zu bedenken. Ich finde du hast eine
sehr schöne Ecke für den Ofen gefunden. Mit Lehm zu bauen
ist nicht schwer. Es ist ein toller Baustoff, ich bin froh Ihn genommen
zu haben. Er reißt, doch die Risse kann man schließen.

Die Mitglieder dieses Forums werden deine Fragen gern beantworten.

Viel Spaß beim Planen und Umsetzen!
Gruß aus dem Sauerland

Ottis Eicher
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Steini
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Re: Grundüberlegungen für einen Lehmbackofen

Beitrag von Steini »

DJTMichel hat geschrieben:... Wenn ich das jetzt richtig verstehe, empfiehlt Steini den 20cm tiefen Aushub der Grundfläche des Fundamentes und von da außen umlaufend weitere 60cm tief. So wird das Ganze frostsicher und nennt sich dann Streifenfundament...
Wenn dein Boden ausreichend frostsicher ist, benötigst du kein Streifenfundament.

Dann reicht eine 15 cm Tragschicht und ein 15 - 20 cm starkes Betonfundament.

Ist der Boden jedoch frostempfindlich (bindige Böden), dann benötigst du einen frostsicheren Aufbau (Bodenaustausch),

jedoch kein Streifenfundament. Das Streifenfundament sichert ja nicht den Frostschutz der Bodenplatte bei diesen geringen Abmessungen.

Für die Lastverteilung ist eine Platte allemal ausreichend.

Bzgl. der Kalträucherei kannst du dir ja mal die Holzräucherschränke von hobbywurster und mir anschauen.

LG, Steini
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DJTMichel
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Re: Grundüberlegungen für einen Lehmbackofen

Beitrag von DJTMichel »

... das ist jetzt der dritte Versuch der vergangenen Tage, diese Antwort zu schreiben. Ich habe mir eine heftige Erkältung eingefangen und jeweils kurz vorm Senden löschte ich versehentlich wieder alles :(.

Herzlichen Dank für die Willkommensgrüße :).
Na gut, jetzt habt Ihr mich überstimmt - die Lehmräucherkammer kommt separat daneben. Gerd, könnte es bei der "zwei in eins" Schornsteinvariante zu Komplikationen mit dem Zug kommen? Am Backofen muß ein gemauerter Schlot ran? Anderenfalls würde ich jeweils ein Ofenrohr reinmachen und gut.
Ich erinnere mich an die Räucherkammer meines Opa's auf dessen Dachboden. Sie war aus Lehm gebaut, mit einer einfachen Holztür versehen und manchmal bilde ich mir ein, diesen Duft im Gedanken vernehmen zu können, der mir entgegen strömte, wenn ich die Tür der längst erkalteten, leeren Kammer öffnete. Er allerdings hat um's Räuchern nie so ein Theater, wie ich es heute in anderen Foren lese, gemacht. Das beginnt bei der Wahl der Spähne: sie wurden einfach unter der Kreissäge aufgefegt und gut ;).
Reagyplay (Carsten) vom GSV hat eine tolle Überdachung für seinen Ofen gebaut. Daran möchte ich mich bei meiner Überdachung ein wenig orientieren. Otti, bevor ich mit dem Lehmbau beginne, soll das Dach darauf sein. Du hast einen aus Lehm gebaut?
Steini, da sind sie wieder, meine drei Probleme:

- woraus muß die Tragschicht bestehen (Kies oder Sand?)
- was ist ein "bindiger" Boden?
- Bodenfrost gibt es doch hier in .de praktisch überall, ist mit Bodenaustausch die Einbringung der 35cm dicken Kies/Betonschicht gemeint?

Seid mir bite wegen dieser möglicherweise blöden Fragen nicht böse, aber ich möchte es verstehen, bevor es angeht.
Gruß
Michel ;)


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Steini
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Re: Grundüberlegungen für einen Lehmbackofen

Beitrag von Steini »

DJTMichel hat geschrieben:... das ist jetzt der dritte Versuch der vergangenen Tage, diese Antwort zu schreiben. Ich habe mir eine heftige Erkältung eingefangen und jeweils kurz vorm Senden löschte ich versehentlich wieder alles
Ich glaube, dass "Holli" in der Vergangenheit auch mal von diesem Problem geschrieben hat?!?
Für die Forensoftware ist ein neues Update verfügbar, das werde ich mal installieren.
Mal sehen, ob damit der Fehler behoben ist.
... Steini, da sind sie wieder, meine drei Probleme:

a) woraus muß die Tragschicht bestehen (Kies oder Sand?)
b) was ist ein "bindiger" Boden?
c) Bodenfrost gibt es doch hier in .de praktisch überall, ist mit Bodenaustausch die Einbringung der 35cm dicken Kies/Betonschicht gemeint?

Seid mir bite wegen dieser möglicherweise blöden Fragen nicht böse, aber ich möchte es verstehen, bevor es angeht.
zu a): je nachdem, was in eurer Region verfügbar ist. Ein Schottergemisch der Körnung 0/45 mm ist geeigneter als Kies, da es aus gebrochenem
Material besteht und dadurch eine höhere innere Reibung aufweist. Kies (0/32 mm) dagegen ist rolliger, aber auch als Tragschicht geeignet.
Darüber hinaus kann man auch Recyclingschotter RCL 0/45 mm verwenden.

zu b): Böden bestehen aus unterschiedlichen Kornfraktionen. Die kleinsten Fraktionen bilden Ton und Schluff.
Je höher der Anteil an Ton und Schluff ist, desto bindiger ist er. Dies kann man ganz einfach testen, indem man den Boden in der Hand zu einer
Kugel presst. Zerfällt er, sind die Anteile an Schluff und Ton gering. Pappt er außerordentlich gut zusammen, dann sind die Anteile an Schluff und Ton hoch.
Ein hoher Anteil an Schluff und Ton erzeugt auch eine hohe Frostempfindlichkeit, da durch das hohe Wasserhaltevermögen der Boden bei Frosteinwirkung auffriert.

zu c): sollte der anstehende Boden von der Beschaffenheit sehr bindig sein, muss er bis 80 cm unter GOK durch frostsicheres Material (sandiger Lehm, Sand ...) ersetzt werden,
damit er nicht durch Frosteinwirkung auffriert. Sollten im Untergrund o. g. Böden bereits anstehen, reichen Tragschicht (15 cm) und Betonplatte (15 - 20 cm) völlig aus.
Ein zusätzlicher Bodenaustausch ist dann nicht erforderlich.

LG, Steini
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Ottis Eicher
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Re: Grundüberlegungen für einen Lehmbackofen

Beitrag von Ottis Eicher »

Hallo Michel,

ja mein Ofen ist aus Lehm. Der Schornstein ist ein einwandiger
Edelstahlschornstein, der eine Verschlussklappe hat die zu ca.
95% den Querschnitt verschließen kann.

Bilder kannst du unter dem Sauerländer Backofen sehen. Wie man
den Link dorthin einstellt weiß ich nicht.

(Edit Steini, 08.04.12 hier gehts lang!)

Bei Fragen melde dich einfach.
Gruß aus dem Sauerland

Ottis Eicher
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Re: Grundüberlegungen für einen Lehmbackofen

Beitrag von Farmer3s »

@Steini,

danke für die erklärenden Worte in Deinem Beitrag, da kann man(n) doch mal echt drauf aufbauen! :danke: :gut:

Österliche Grüße
Jörn
Hardy

Re: Grundüberlegungen für einen Lehmbackofen

Beitrag von Hardy »

Hallo Michel,
na, Dich hat ja auch der Virus eingeholt. Nicht nur der "Influenza", auch der Backofenvirus. Ausreichend Platz für Ofen und Räucherkammer und die richtigen Voraussetzungen (geil danach so ein Ding zu bauen) bringst Du mit.

Zur Räucherkammer möchte ich ein Kommentar abgeben.
Ich weiß nicht wie oft Du den Ofen anmachen wirst und wie oft Du räuchern wirst. Bei mir hat sich der Wunsch nach einer Kombination schnell zerschlagen. Ich will lieber beides voneinander getrennt machen, sowohl örtlich als auch thermisch. Da ich weniger räuchere, aber dann auch die Möglichkeit des Kalträucherns irgendwie realisieren möchte gehe ich mit dem Räucherofen eigene Wege.
Somit habe ich die Möglichkeit beides richtig zu machen und muß keine Kompromisse finden.

Platz hast Du ja genügend. Da findet sich nach einigem Überlegen sicherlich eine gute Idee.

Viel Erfolg weiterhin - und gute Besserung, jedoch nur für den Grippevirus.
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DJTMichel
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Re: Grundüberlegungen für einen Lehmbackofen

Beitrag von DJTMichel »

Moin Jungs!

Tja so langsam finde ich gefallen daran. Als erste Maßnahme muß ich den Wein rechts an der Mauer umpflanzen, also vorher ein Spalier an die Wand machen. Gestern beim Osterfeuer erfuhr ich vom Hofumbau eines entfernten Nachbarn. Der will sein Natursteinpflaster entsorgen. Je nachdem wie das aussieht kommt wenigstens ein Teil davon mit ins Fundament oder wird für den Sockel genutzt. Kalksteine liegen millionenfach auf den Feldern hier in der Gegend, die Bauern kippen die abgesammelten Haufenweise an die Ränder. Mit der Ladefläche meines 710M habe ich gleich eine gute Transportmöglichkeit. Wegen des Fundamentes habe ich vorhin mit Steini gesprochen. Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird kam für mich dabei heraus. Otti, wenn es mal soweit ist, werde ich Dich bestimmt wegen Deines Lehmofens ausfragen wollen.
Hardy, ich werde wohl sehr viel öfter räuchern als backen. Hier laufen eine Menge Wildschweine und Rehe herum, die zu leckerer Wurst oder gutem Schinken verarbeitet werden wollen ;) .
Gruß
Michel ;)


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Steini
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Re: Grundüberlegungen für einen Lehmbackofen

Beitrag von Steini »

DJTMichel hat geschrieben:... Wegen des Fundamentes habe ich vorhin mit Steini gesprochen. Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird kam für mich dabei heraus...
Richtig! Schachte mal erst die 15 bis 20 cm aus und guck mal, was dich da unten erwartet.

Danach können wir ja noch einmal telefonieren.

LG, Steini
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Re: Grundüberlegungen für einen Lehmbackofen

Beitrag von exe »

Steini hat geschrieben:Zerfällt er, sind die Anteile an Schluff und Ton gering.
Danke für die gute Erklärung, jetzt weiß ich auch warum mein Ofen noch gerade steht aber im Garten nichts wächst...
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